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Konsum trifft auf Kunst
von Barbara Fohringer, Nadine Obermüller  

Am 1. August eröffnet die Popupzentrale auf der Mariahilfer Straße. Bis Ende September werden dort Kunst, Mode und Gastronomie zusammengebracht. Initiator Tobias Pichler hat uns Fragen zum Projekt beantwortet.

Oft stimmt "Zuviele Köche verderben den Brei" schon. Im Falle der Popupzentrale scheint das nicht zuzutreffen. Begnügen sich die meisten Pop-up-Stores damit, nur eine Produktsparte abzudecken, versucht die Popupzentrale österreichische Modemarken, Gastronomie und Kunst unter ein Verkaufsdach zu bringen. Initiator Tobias Pichler hat uns Fragen zum Projekt beantwortet.

Ihr beerbt ja das Geschäft Kofferzentrale. Wie hättet ihr euch genannt, wenn ihr woanders aufgeschlagen hättet? Ich finde es immer sehr charmant, mich auf den Ort zu beziehen – besonders, wenn die Vorgeschichte passt. Ein Lieblingsprojekt war zum Beispiel das "Mon Ami – Hunde & Katzenpflege" in der Theobaldgasse, da haben wir Namen und altes Schild komplett übernommen.

Pop-up-Stores werden meist mit Konsum (v.a. Bekleidung) und Essen/Trinken in Verbindung gebracht. Ihr wollt auch die Brücke zu Kunst schlagen. Wie kam es zu dieser Idee?
Ich muss nochmals das Mon Ami ins Spiel bringen: Mir war immer schon wichtig mehrere Sinne anzusprechen und auch verschiedensten Gruppen eine Plattform zu bieten – einen Raum zu schaffen, der für Vielfalt und Austausch steht. Dort war es Mode und Musik, in der Popupzentrale jetzt eben Mode, Design und Bildende Kunst. Die Idee gab's schon länger und mit der Gründung von Neuton stieg die Lust konzeptioneller zu denken. Durch Freunde aus dem Adhocrates Collective kam dann auch große Unterstützung beim Brainstorming. Durch sie kam es schließlich auch zur Kooperation mit den Jungs von Oxymoron, die mit ihrer Galerie auch gerade eine neue "Heimat" gesucht haben – perfekt. 

Die Mariahilferstraße ist ja ohnehin Shoppingparadies. Wie schwierig war es, die Location zu bekommen?

Eigentlich gar nicht so schwierig im Nachhinein, aber sehr sehr zeitintensiv. Die Eigentümer sind extrem open-minded und unterstützend, das ist sicher ein Glücksfall und Grundvoraussetzung. Gleichzeitig habe ich in vielen Gesprächen beweisen können, dass die Dinge Hand und Fuß haben und wir seriöse Partner sind. Im Endeffekt haben wir eine gemeinsame Vision entwickelt, die für beide Seiten stimmig ist.

Wie denkt ihr, wird sich ein kleiner Pop-up Store zwischen H&M und Co. schlagen können? Wen sieht ihr da als potenzielles Publikum?

Diese "Koexistenz" macht für meine Partner von Happens Locally und mich ja den Reiz aus. Alle sollen kommen, wer keine Lust hat Neues zu entdecken, soll weiterhin seine gewohnten Pfade beschreiten – auch ok.

Wieso gibt es derzeit immer mehr Pop-up-Läden? Was macht dein Reiz von Zwischennutzung bei Leerstand aus?

Die Rahmenbedingungen werden sehr schnell und klar abgesteckt, beide Seiten sehen es eher als eine Möglichkeit "sich auszuprobieren" – ein langes Mietverhältnis hat für manche vielleicht was von "Zwangsheirat".

Werden alle ausgestellten Bilder zu kaufen sein? Auf welche Highlights kann man sich freuen? 

Einiges wird zu kaufen sein, einiges bleibt unverkäuflich – warum? Davon muss man sich am besten vor Ort überzeugen. Highlights? Sind für mich alle, die sich dem Experiment stellen und mitmachen, ob sie schon mal in den N.Y.Times erwähnt wurden oder sie (noch) kein Mensch kennt.

Die Eröffnung der Popupzentrale findet am 1. August statt.
Besuchen kann man den Shop bis …